Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich innerlich mit mir rede und denke: So würde ich mit niemand anderem sprechen.
Ich nenne mich „faul“, wenn ich eine Pause brauche. Ich werfe mir „Versagen“ vor, wenn etwas nicht gleich klappt. Und ich merke, wie dieser innere Kritiker so laut werden kann, dass er alles andere übertönt.
Kennst du das? Diese Stimme, die dich ständig antreibt, besser zu sein, noch mehr zu leisten, bloß keine Schwäche zu zeigen?
Viele Menschen tragen sie in sich. Sie ist entstanden, weil wir irgendwann gelernt haben: Nur wenn ich brav bin, wenn ich funktioniere, wenn ich Leistung bringe, dann bin ich etwas wert.
Schon als Kinder haben wir gespürt, dass Lob oft an Bedingungen geknüpft war.
Gute Noten, angepasstes Verhalten, Hilfsbereitschaft. All das brachte Anerkennung. Doch die Momente, in denen wir einfach nur wir selbst waren, unperfekt, chaotisch oder traurig, waren oft weniger willkommen. So entsteht der Gedanke: Ich muss mich zusammenreißen, sonst bin ich nicht liebenswert.
Heute, als Erwachsene, tragen wir diese Botschaft weiter. Wir arbeiten bis zur Erschöpfung, vergleichen uns unaufhörlich mit anderen und sind überzeugt, dass wir „noch nicht genug“ sind. Dabei übersehen wir etwas Entscheidendes: Diese Härte hilft uns nicht. Sie macht uns klein, anstatt uns wachsen zu lassen.
Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen. Aber irgendwann habe ich bemerkt: Ich laufe einem Ideal hinterher, das mich nie zufrieden machen wird. Und in diesem Moment habe ich begonnen, innezuhalten.
Vielleicht darfst auch du dir die Frage stellen: Wie spreche ich eigentlich mit mir selbst? Würde ich so mit einem guten Freund reden?
Wenn die Antwort Nein lautet, ist es Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen.
Das ist der erste Schritt zum Selbstmitgefühl: zu erkennen, wie unbarmherzig wir mit uns selbst sind. Und wie sehr uns das verletzt.
Wie spreche ich eigentlich mit mir selbst?
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Über diesen Blog
Du musst nicht perfekt funktionieren.
Du darfst fühlen, zweifeln, wachsen – in deinem Tempo.
In diesem Blog findest du ehrliche Impulse, psychologisches Know-how und praktische Tools für ein Leben mit mehr Selbstannahme, innerer Ruhe und echter Verbindung.
Kein Optimierungswahn. Kein Druck. Sondern Klarheit, Mut und Mitgefühl – für dich selbst und dein Leben.
Tobias Kassühlke
Be perfect. Be yourself.